Brauchen wir bessere Vorsätze?“. Wir denken ja, denn auch mit unserem Reiseverhalten können wir viel für unsere Umwelt tun. Die Frage lautet auf dem Reisesektor allerdings auch: Sollten wir der Natur, die wir schützen wollen, nicht besser fernbleiben? Oder gibt es doch eine Möglichkeit, diese zu bereisen und sie trotzdem zu schützen? Ist umweltfreundlicher Tourismus und nachhaltiges Reisen nun ein Widerspruch an sich? Am Beispiel eines der für Ökotourismus bekanntesten Länder – Costa Rica – möchten wir die Krux erklären.

Costa Rica – Paradebeispiel für nachhaltiges Reisen und Ökotourismus

Das Land Costa Rica lebt vom Tourismus und seinen natürlichen Schätzen. Es ist die vermutlich bekannteste Destination für Naturschutz und Ökotourismus – obwohl das früher ganz anders aussah. Denn in den 1980er Jahren waren bereits rund achtzig Prozent des Regenwalds gerodet worden. Erst spät besann sich das Land auf seine natürlichen Ressourcen und führte den Ökotourismus ein. Dieser sollte den Schutz des Regenwaldes fördern und sowohl den Einheimischen, als auch den umweltbewusst Reisenden, zu Gute kommen.

Inzwischen sind wieder über die Hälfte des Landes bewaldet und rund ein Drittel der Landesfläche Naturschutzgebiet. Bis zum Jahr 2021 möchte Costa Rica CO2 neutral sein. Die costa-ricanische Fluggesellschaft Nature Air kompensiert ihre Treibhausgase, indem sie den Tropenwald wieder aufforsten lässt und es gibt im Land eine Autovermietung mit der Auszeichnung „CO2-neutral“. Unzählige Personen und Organisationen werben in Costa Rica damit, der Natur keine Last zu sein.

Was macht den Ökotourismus in Costa Rica aus?

Als Ökotourismus wird eine verantwortungsvolle Form des Reisens in Länder bezeichnet, welche zum Wohlergehen der Bevölkerung und zum Schutz der Umwelt beiträgt. Damit ist klar, dass sich sanftes Reisen nicht nur auf den Schutz der Natur bezieht, sondern auch die ansässige Bevölkerung unterstützen soll. Die Folgen für die Kultur des Landes und für die Natur müssen dabei so gering wie nur irgend möglich gehalten werden. Costa Rica hat hierfür entsprechende Bildungsprogramme eingeführt, die den Verhaltenskodex für Reisende beschreiben und bei der Bevölkerung mehr Bewusstsein für die Natur schaffen.

Natur pur - Wasserfall in Costa Rica

Ist naturverträglicher Aktivurlaub überhaupt möglich? Die Kritikpunkte!

Ökotouristen möchten gerne die Nationalparks in Costa Rica besuchen und die dortige atemberaubende Tier- und Pflanzenwelt bestaunen. Umweltverbundene Touristen beziehen hierzu einfache Holzhütten mitten in der Natur, welche eine eigene Trinkwasserversorgung besitzen und mit Solarenergie ausgestattet sind. Ökotouristen müssen allerdings auch mit Kritik leben: Denn schon die Anreise nach Costa Rica sorgt nicht gerade für eine gute CO2-Bilanz – etwa sechs Tonnen gehen hierfür für einen Langstreckenflug auf das Konto der Urlauber. Und es gibt durchaus Meinungen, die sagen, dass gerade Ökotouristen das zerstören, was sie eigentlich schützen möchten – die Natur. Denn besonders durch das Reisen in Länder, in denen es noch viel seltene Tiere und Pflanzen gibt, werden diese ernsthaft gefährdet. Wenn Schildkröten, Affen und Papageien vom Aussterben bedroht sind und sich diese immer mehr zurückziehen, wird das Land für Naturfreunde uninteressant.

Da die Anreise mit dem Flugzeug bereits die größte Umweltbelastung darstellt, lautet einer der Vorsätze, den sich umweltverträglich Reisende vornehmen sollten, künftig nur noch seltener solche Fernreisen zu unternehmen und stattdessen mit dem Zug zu verreisen oder ein Carsharing Auto im Urlaub zu nutzen. Wenn es denn doch ein Langstreckenflug sein muss, dann sollte die Urlaubsdauer auch entsprechend lang gewählt werden. In der Unterkunft – das gilt auch für Costa Rica – wird der Müll getrennt und Wasser und Strom gespart. In Costa Rica ist es oftmals so, dass ein einziges Urlaubspaar mehr Wasser und Strom verbraucht, als das ganze Dorf nebenan.

Tipp: Hotels, die das CST-Ökosiegel besitzen, welches vom ICT (Instituto Costarricense de Turismo) verliehen wird, sollten bevorzugt werden, denn sie müssen einige strenge Umwelt-Auflagen erfüllen.
Bessere Vorsätze im Urlaub - Beispiel Costa Rica

Außerdem empfehlen Experten, bei der Wahl der Unterkunft darauf zu achten, dass die Angestellten fair bezahlt und auch die Einheimischen am Reiseziel unterstützt werden. Das kann jeder Reisende ganz einfach, indem er ausschließlich Produkte aus der Region kauft und auch ausschließlich mit der Landeswährung Colón zahlt und nicht mit US-Dollar. Ebenfalls gut ist es, wenn sich der Urlauber vor Reiseantritt auf die Gebräuche und Sitten des Landes vorbereitet. Die meisten Reisestrecken können in Costa Rica mit privaten Sammelbussen oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Allesamt also einfach umzusetzende Vorsätze.

Fazit

Daher ist es so wichtig, dass sich Ökotouristen nicht nur für die Umwelt des Landes interessieren, welches sie bereisen, sondern sich auch richtig verhalten! Hierzu gehört ein respektvoller Umgang mit der Natur und den Tieren, denn dieses ist Grundvoraussetzung für den Artenerhalt und ihre Vielfalt. Bei sanften Reisen kann zwar der Termindruck und Stress gerne zu Hause bleiben, aber nicht das Gewissen. Das Einzige, was Reisende wirklich tun können, ist den Schaden, den sie verursachen, weitestgehend zu minimieren.